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Ermessen im Sinne des Gesetzes

Grundfragen einer österreichischen Ermessensdogmatik nach Inkrafttreten der Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012

Schriften zum österreichischen und europäischen öffentlichen Recht
Band 15

239 Pages
ISBN 978-3-7046-7809-6 (Print)
ISBN 978-3-7046-7897-3 (eBook)
Publicationdate: Dec 5, 2017
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https://elibrary.verlagoesterreich.at/book/99.105005/9783704678973
Zur Bedeutung von Ermessensspielräumen für die neue Verwaltungsgerichtsbarkeit
Die Frage nach den Grenzen verwaltungsgerichtlicher Entscheidungsbefugnis bei der Kontrolle der Rechtmäßigkeit verwaltungsbehördlicher Entscheidungen ist so alt wie die Verwaltungsgerichtsbarkeit selbst. Wie das rezente Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts zur geplanten dritten Start- und Landepiste am Flughafen Wien gezeigt hat, ist sie deshalb aber nicht minder aktuell - und zwar nicht nur aus Sicht der Rechtswissenschaft, sondern auch für die Rechtspraxis. Das Ermessen bildet dabei schon nach verfassungsrechtlicher Grundlegung den Schlüsselbegriff bei der Abgrenzung der Verantwortungsbereiche von Verwaltung und Verwaltungsgerichtsbarkeit. Die vorliegende Arbeit versucht, dem verfassungsrechtlichen Ermessensbegriff mit einer systematischen Modellanalyse Konturen zu verleihen, um so mehr Klarheit über die Reichweite verwaltungsgerichtlicher Entscheidungsbefugnis zu schaffen.
  • Vorwort5-7
  • Inhaltsverzeichnis7-11
  • Abkürzungsverzeichnis11-17
  • I. Einleitung17-25
    • A. Problemstellung17-24
    • B. Gang der Untersuchung24-25
  • II. Ermessen im System der Gewaltenteilung des B-VG25-47
    • A. Der gerichtsförmige Verwaltungsrechtsschutz als Zentrum eines komplexen Gefüges von Verwaltungskontrollen25-28
    • B. Die Verwaltungsgerichtsbarkeit als Zentrum der gerichtsförmigen Verwaltungskontrollen28-31
    • C. Das Verwaltungsermessen im alten System der österreichischen Verwaltungsgerichtsbarkeit31-35
    • D. Ermessen im neuen System der österreichischen Verwaltungsgerichtsbarkeit35-45
      • 1. Neue Rahmenbedingungen35-42
        • a) Ausgangspunkt35-36
        • b) Verwaltungsgerichtsbarkeit und Tatsachenkognition36-38
        • c) Verwaltungsgerichtsbarkeit und Meritorik38-42
        • d) Dahinterstehende Reformmotive und Auswirkungen42-45
      • 2. „Alte Muster“: Das Ermessen als Element materieller Gewaltenteilung45-47
  • III. Ermessen und Kognition47-87
    • A. Der Schutz des verwaltungsbehördlichen Ermessens nach Art 130 Abs 3 B-VG47-78
      • 1. Notwendige Grundlagen47-54
        • a) Verwaltungsgerichtliche Zuständigkeiten47-48
        • b) Verwaltungsgerichtlicher Prüfungsmaßstab48-54
      • 2. Ermessen und Maßnahmenbeschwerdeverfahren54-56
      • 3. Ermessen und Verhaltensbeschwerdeverfahren56-57
      • 4. Ermessen und schulrechtliches Weisungsbeschwerdeverfahren57-59
      • 5. Ermessen und Beschwerdeverfahren betreffend Angelegenheiten des öffentlichen Auftragswesens59-59
      • 6. Ermessen und Verfahren über Streitigkeiten in dienstrechtlichen Angelegenheiten der öffentlich Bediensteten59-60
      • 7. Ermessen und Bescheidbeschwerdeverfahren60-76
        • a) Vorbemerkung60-61
        • b) Verwaltungsgerichtliche Entscheidungsbefugnisse im Bescheidbeschwerdeverfahren61-68
        • c) Ermessensschutz und Meritorik im Bescheidbeschwerdeverfahren68-76
      • 8. Zusammenfassung76-78
    • B. Schutz des verwaltungsgerichtlichen Ermessens nach Art 133 Abs 3 B-VG78-82
      • 1. Vorbemerkung78-79
      • 2. Sachlicher Anwendungsbereich des Art 133 Abs 3 B-VG79-80
      • 3. Zur Zulässigkeit einer Ermessensübung durch den VwGH80-82
    • C. Zwischenresümee82-83
    • D. Verfassungstheoretische Bewertung und Ausblick83-87
  • IV. Ermessen im Sinne des Art 130 Abs 3 B-VG87-217
    • A. Vorbemerkung87-92
    • B. Ermessen, Legalität und effektiver Rechtsschutz im Prozess der Rechtsgewinnung92-133
      • 1. Die Bindung der Verwaltung an das Gesetz92-103
        • a) Totalvorbehalt92-92
        • b) Gesetzesvorrang92-93
        • c) Bestimmtheitsanforderungen an das nationale parlamentarische Gesetz93-103
      • 2. Legalitätsrechtliche Zulässigkeit und Bestimmtheit von Ermessensspielräumen103-110
        • a) Allgemeines Legalitätsprinzip103-106
        • b) Eingriffsvorbehalte von Grundrechten106-108
        • c) Allgemeine Vorgaben des Unionsrechts an die Bestimmtheit von Ermessensermächtigungen in Akten der Umsetzungsgesetzgebung108-110
      • 3. Ermessen im Anwendungsbereich besonderer Verfahrensgarantien110-119
        • a) Grundlagen110-112
        • b) Art 6 Abs 1 EMRK112-117
        • c) Art 47 Abs 2 GRC117-119
      • 4. Der Prozess der Rechtserzeugung119-132
        • a) Problemstellung119-121
        • b) Bestandsaufnahme der Rechtsprechung121-125
        • c) Stand der Lehre125-132
      • 5. Kurze Zusammenfassung und Ausblick132-133
    • C. Modell 1: Gleichheitsthese133-142
      • 1. Grundkonzept133-136
      • 2. Einwände136-142
    • D. Modell 2: Ermessenseinräumung durch einfaches Gesetz142-193
      • 1. Vorbemerkung142-144
      • 2. Erster Unterfall: Unterscheidung nach dem normstrukturellen Sitz des Entscheidungsspielraumes (traditionelles Ermessensverständnis)144-170
        • a) Grundkonzept144-146
        • b) Inkohärente Vorgehensweise in der Verwaltungsrechtsprechung146-157
        • c) Rechtsdogmatische Einwände157-170
      • 3. Zweiter Unterfall: Unterscheidung nach dem Willen des einfachen Gesetzgebers170-175
        • a) Grundkonzept170-172
        • b) Gemeinsamkeiten mit bzw Unterschiede zur normativen Ermächtigungslehre172-175
        • c) Offene Fragen und Probleme175-193
    • E. Modell 3: Ermessen als Ergebnis von verfassungsrechtlichen Funktionsgrenzen der Verwaltungsgerichtsbarkeit193-210
      • 1. Vielfalt möglicher Ansätze193-195
      • 2. Funktionell-rechtlicher Ansatz nach Hofer-Zeni195-203
        • a) Grundkonzept195-198
        • b) Zur Ablehnung einer materiellen Funktionenlehre iS einer Idealvorstellung von drei Staatsgewalten mit klar abgrenzbaren Funktionen198-203
        • c) Zur Tragfähigkeit der Frage nach dem „besseren“ Letztentscheidungsrecht203-210
    • F. Ergebnis der Modellanalysen und daraus folgende Konsequenzen für die österreichische Ermessensdogmatik210-213
      • 1. Ergebnis210-213
      • 2. Konsequenzen213-217
  • V. Resümee217-239
  • Über den Autor239--1
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