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70 Jahre Pariser Vertrag



257 Pages
ISBN 978-3-7046-7773-0 (Print)
ISBN 978-3-7046-7842-3 (eBook)
Publicationdate: Sep 4, 2017
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https://elibrary.verlagoesterreich.at/book/99.105005/9783704678423
Pariser Vertrag 1946 - aus geistes- und rechtswissenschaftlicher Perspektive betrachtet.
Zum 70. Jahrestag der Unterzeichnung des Gruber-De Gasperi-Abkommens vom 5. September 1946 in Paris veranstaltete das Land Südtirol in enger Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck zwei wissenschaftliche Tagungen: eine zu den historischen Aspekten des Abkommens, eine zu den rechtlichen Auswirkungen der nachfolgenden Entwicklungen. Die Schriftfassungen der wissenschaftlichen Referate beider Tagungen sind in diesem Band zusammengefasst.
Damit erfolgt erstmals eine Bewertung der Ereignisse der damaligen Zeit sowohl aus geschichtswissenschaftlicher als auch aus rechtswissenschaftlicher Perspektive. Erstere umfasst die Vor-, Ereignis- und Nachgeschichte, letztere ist der Entwicklung des völkerrechtlichen Minderheitenschutzes in Europa, der Ausgestaltung des verfassungsrechtlichen Minderheitenschutzes in Italien, der europäischen Integration und dem EU-Beitritt Österreichs, der Ausübung der Schutzfunktion Österreichs und der regionalen Kooperation in der EU am Beispiel der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino gewidmet. In der Zusammenschau der Beiträge wird die Komplexität des wohl einzigartigen historischen Dokumentes "Pariser Vertrag" sichtbar.
  • Vorwort5-7
  • Das Wort dem Landeshauptmann7-11
  • Inhaltsübersicht11-13
  • Inhaltsverzeichnis13-19
  • Abkürzungsverzeichnis19-25
  • Teil I. Historische Analysen: Entstehung und Abschluss des Pariser Vertrages25-145
    • Die amerikanische Besatzungszeit in Südtirol27-55
      • I. Einleitung27-29
      • II. Der militärische Kontext: Die Besetzung Italiens durch die Alliierten29-34
      • III. Eine alliierte Militärregierung für Südtirol34-43
        • A. Partisanen und alliierte Truppen besetzen das Land37-40
        • B. Keine internationalen Fürsprecher40-43
      • IV. Die Beibehaltung der alliierten Militärregierung und alliierte Diktate43-50
        • A. Das erste Volksschuldekret45-46
        • B. Der Abzug der Folgore46-46
        • C. Optantendekret und Wählerlisten46-48
        • D. Autonomieregelungen48-50
      • V. Fazit und Ausblick50-55
    • Das Gruber-De Gasperi-Abkommen: Südtirols Magna Charta55-87
      • I. Voraussetzungen55-56
      • II. Erste Überlegungen in London und Washington56-59
      • III. Historische Entscheidung der Außenminister am 14. September 194559-61
      • IV. Die russische Gefahr : Südtirol wird erstes Opfer im Kalten Krieg61-65
      • V. Der britische Kompromissvorschlag: das Pustertal65-65
      • VI. Eine neue britische Initiative65-69
      • VII. Das Abkommen vom 5. September 194669-79
      • VIII. Umsetzung des Abkommens: Scheinautonomie für Südtirol79-82
      • IX. Südtirol vor der UNO82-85
      • X. Fazit85-87
    • Verspielte Selbstbestimmung und verweigerte Autonomie 1945 – 1948: Das Pariser Abkommen – keine Magna Charta für Südtirol!87-121
      • I. Vorgeschichte87-89
      • II. Hintergründe und Kontexte89-97
      • III. Zwischenfazit97-99
      • IV. Die unmittelbaren Nachwehen des Minimums vom Minimum 1947/4899-117
        • A. Innsbrucker Beobachtungen und Wiener Priorität für die Re-Optionsfrage99-100
        • B. Kein Kontakt mit De Gasperi und Nervosität des Präfekten von Bozen100-102
        • C. Südtiroler Druck aus Österreich, Alarmstimmung der Brixner Kurie und fehlendes Vertrauen auf beiden Seiten102-104
        • D. Das Wohlwollen Carandinis und die Warnungen Reut-Nicolussis104-106
        • E. Kein Schiedsgericht, das Scheitern des Staatsvertragsabschlusses und zähe Re-Optionsgespräche106-108
        • F. Der verspätete Brief von Gruber an De Gasperi – stillschweigendes Einverständnis mit einer Regionalautonomie108-110
        • G. Die Beschwörung des Pangermanismus als italienische Abwehrmaßnahme gegen eine Provinzialautonomie und die Warnungen von Guggenbergs110-111
        • H. Britische Empfehlungen für eine energischere Vorgehensweise und das Ringen der Südtiroler mit den Trentinern111-112
        • I. Verschärfte Tonart der Brixner Kurie, keine Einigung mit den Trentinern und Niederlage in der Optantenfrage112-114
        • J. Die SVP agiert auf eigene Faust in Rom – „Südtirol“ bleibt untersagt114-117
      • V. Gesamtfazit mit fünf abschließenden Thesen117-121
    • Das Gruber-De Gasperi-Abkommen aus der Sicht der italienischen Politik121-142
      • I. Einleitung121-121
      • II. Das Gruber-De Gasperi-Abkommen zwischen Geschichte und Geschichtsschreibung121-127
      • III. Italien verteidigt die Brennergrenze127-133
      • IV. Antigermanismus und das Erbe der Option133-137
      • V. Der Weg zur Regionalautonomie137-142
      • VI. Fazit142-145
  • Teil II. Rechtliche Analysen: Autonomie und Föderalismus in Europa145-257
    • Sieben Jahrzehnte Entwicklung des völkerrechtlichen Minderheitenschutzes: Auswirkungen auf den Pariser Vertrag147-179
      • I. Einleitung147-149
      • II. Darstellung des rechtlichen Rahmens – der Pariser Vertrag und anschließende Rechtsakte149-156
        • A. Geschichtliche Entwicklung149-152
        • B. Völkerrechtlicher Status des Pariser Vertrags und anschließender Rechtsakte152-154
        • C. Rolle Österreichs bei der inneritalienischen Verankerung der Minderheitenrechte154-156
      • III. Inhalt und Rechtsdurchsetzung des Pariser Vertrags und der anschließenden Rechtsakte156-164
        • A. Einleitung156-157
        • B. Schutzstandards157-162
        • C. Durchsetzung: die Schutzfunktion Österreichs162-164
      • IV. Entwicklungen im Bereich des völkerrechtlichen Minderheitenschutzes in den letzten 70 Jahren und ihre Bedeutung für den Pariser Vertrag164-177
        • A. Überblick über die Entwicklungen im völkerrechtlichen Minderheitenschutz164-170
          • 1. Standards165-168
          • 2. Mechanismen zur Überwachung der Umsetzung und Durchsetzung168-170
          • 3. Zusammenfassung170-170
        • B. Standards im Bereich des völkerrechtlichen Minderheitenschutzes und ihre Bedeutung für den Pariser Vertrag170-174
        • C. Mechanismen zur Überwachung der Um- und Durchsetzung im Bereich des völkerrechtlichen Minderheitenschutzes und ihre Bedeutung für den Pariser Vertrag174-175
          • 1. Traditionelle völkerrechtliche Mechanismen des Minderheitenschutzes174-175
          • 2. „Moderne“ Mechanismen im völkerrechtlichen Minderheitenschutz175-177
      • V. Abschließende Stellungnahme177-179
    • Der verfassungsrechtliche Minderheitenschutz und die Rolle des Pariser Vertrags179-195
      • I. Zwei Prämissen179-181
      • II. Die besondere „Besonderheit“ der durch das Statut garantierten Autonomie der Region Trentino-Südtirol181-184
      • III. Die durch das institutionelle „Tryptichon“ verursachten Probleme bei der Ausdehnung der den Regionen mit Normalstatut zuerkannten umfassenderen Kompetenzen184-189
        • A. Dekret des Präsidenten der Republik Nr 616/1977184-186
        • B. Die Reform von Titel V der Verfassung von 2001186-189
      • IV. Die Bedeutung der internationalen Verankerung der Autonomie der autonomen Provinz Bozen in der italienischen Rechtsordnung189-193
      • V. Die Methode der Kooperation193-195
    • Sechs Jahrzehnte europäische Integration und zwei Jahrzehnte EU-Mitgliedschaft Österreichs: der Pariser Vertrag im supranationalen Kontext195-213
      • I. Einführung195-196
      • II. Pariser Vertrag196-198
        • A. Bilaterales Abkommen Österreich – Italien197-198
        • B. Teil des italienischen Friedensvertrages198-198
      • III. Europäische Integration198-200
        • A. Italien als Gründungsmitglied199-199
        • B. Wechselbeziehungen zwischen Pariser Vertrag und Integrationsprozess199-200
      • IV. Südtirol-Paket200-203
        • A. Abschluss des Pakets200-201
        • B. Unberührtheitsklausel201-203
      • V. EU-Mitgliedschaft Österreichs203-208
        • A. EU-Beitritt Österreichs203-204
        • B. Pariser Vertrag als inter se-Abkommen204-205
        • C. Obsoletwerden einzelner Bestimmungen des Pariser Vertrages205-206
        • D. Auswirkungen auf die Schutzfunktion Österreichs206-208
      • VI. Vertiefung der EU208-211
        • A. Minderheitenschutzregelungen der EU208-210
        • B. Gleichheit der EU-Mitgliedstaaten210-211
      • VII. Zusammenfassende Schlussbetrachtungen211-213
    • 70 Jahre Schutzfunktion Österreichs: Handlungsmöglichkeiten gestern, heute und morgen213-225
      • I. Einleitung213-213
      • II. Schutzmacht und Schutzfunktion213-214
      • III. Determinanten bei der Ausübung der Schutzfunktion214-216
      • IV. Völkerrechtliche Rahmenbedingungen in Ausübung der Schutzfunktion216-217
      • V. Auswirkungen des EU-Beitritts Österreichs auf die Schutzfunktion217-218
      • VI. Gleichstellung der Südtiroler mit Inländern218-219
      • VII. Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft durch Südtiroler219-219
      • VIII. Selbstbestimmungsrecht und Minderheitenschutz219-222
      • IX. Europäisches Volksgruppen- und Minderheitenrecht222-223
      • X. Agenden im Rahmen der Vereinten Nationen223-223
      • XI. Schlussbetrachtungen223-225
    • Ein Jahrzehnt regionale Kooperation in der EU: Die „Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino“ als Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit225-253
      • I. Grenzen und Integration. Einleitung225-227
      • II. Völkerrechtliche Anerkennung und verfassungsrechtliche Regulierung227-230
      • III. Die Entwicklung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Tirol, Südtirol und Trentino230-236
      • IV. Eine weitere Dimension: Der EVTZ als neues, unionsrechtliches Instrument236-244
        • A. Der Weg zum EVTZ: GZA als Mittel zur Stärkung der territorialen Kohäsion236-239
        • B. Die wesentlichen Elemente des EVTZ239-241
        • C. Praxis und Änderungsverordnung (2013)241-243
        • D. Der EVTZ in der Bewertung: ein flexibles, vielseitiges Instrument243-244
      • V. Der EVTZ „Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino“244-248
      • VI. Von grenzüberschreitender Zusammenarbeit zur Alpenraumstrategie?248-250
      • VII. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Minderheiten250-253
      • VIII. Bedeutung von Grenzen und europäisches Integrationsprojekt. Schlussbemerkungen253-257
  • Verzeichnis der Autorinnen und Autoren257--1
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