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Die Spürbarkeit im europäischen Kartellrecht



442 Pages
ISBN 978-3-7046-7719-8 (Print)
ISBN 978-3-7046-7828-7 (eBook)
Publicationdate: Aug 2, 2017
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https://elibrary.verlagoesterreich.at/book/99.105005/9783704678287
Bagatellregelung im europäischen Kartellrecht
Das europäische Kartellverbot muss von sämtlichen Wirtschaftsteilnehmern im Rahmen ihrer unternehmerischen Tätigkeit beachtet werden. Nach ständiger Rechtsprechung des EuGH und allgemeiner Praxis fallen nur spürbare Wettbewerbsbeschränkungen unter das Kartellverbot. Die Spürbarkeit einer Wettbewerbsbeschränkung stellt als ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal eine zu beachtende Schwelle für Unternehmen dar. Die Europäische Kommission erlässt seit Jahrzehnten laufend sogenannte Bagatell- oder De-minimis-Bekanntmachungen, in denen anhand von klaren Marktanteilsgrenzen die Beurteilung der Spürbarkeit für den Rechtsanwender erleichtert werden soll.
Dieses Buch untersucht sowohl neue wie auch grundlegende Fragen: Es beleuchtet die Spürbarkeit im europäischen Kartellrecht in ihrer Verflechtung mit den zentralen Kernfragen der Wettbewerbsbeschränkung, der Zwischenstaatlichkeitsklausel und - spätestens aufgrund jüngster Entwicklungen - auch der Unterscheidung zwischen Zweck und Wirkung.
  • Inhaltsverzeichnis9-15
  • 1. Kapitel: Einleitung15-21
    • I. Einführung15-17
    • II. Zu Gegenstand, Aufbau und Methode der Untersuchung17-21
  • 2. Kapitel: Die Spürbarkeit der Wettbewerbsbeschränkung21-285
    • I. Die Rechtsprechung21-165
      • 1. Die Beschränkung des Wettbewerbs22-31
        • a) Die frühe Ausgangslage: Das Selbständigkeitspostulat als Grundgedanke der Wettbewerbsvorschriften22-29
          • i. Der „normale Wettbewerb“ als Schutzgut und Maßstab24-26
          • ii. Verständnis des „normalen Wettbewerbs“ im Sinne von Art 65 § 1 EGKS?26-29
        • b) Neuere Tendenzen?29-31
      • 2. Bezweckte oder bewirkte Wettbewerbsbeschränkung31-48
        • a) Das Alternativverhältnis31-33
        • b) Bezweckte Wettbewerbsbeschränkungen33-43
          • i. Zur Beurteilung33-37
          • ii. Die typisierende Betrachtung bei bezweckten Wettbewerbsbeschränkungen und ihr Verhältnis zum Kernbereich37-43
        • c) Bewirkte Wettbewerbsbeschränkungen43-47
          • i. Zur Beurteilung43-45
          • ii. Kumulative Wirkungen – die Bündeltheorie45-47
          • iii. Typisierte Betrachtung auch bei bewirkten Wettbewerbsbeschränkungen?47-48
      • 3. Die Spürbarkeit48-164
        • a) Allgemeines – die ältere Rechtsprechung49-86
          • i. Chronologische Aufarbeitung der Entwicklung49-85
          • ii. Befund85-86
        • b) Die neuere Rechtsprechung seit der Rs Expedia – eine typisierte Betrachtung auch bei der Spürbarkeit86-96
          • i. Chronologische Aufarbeitung der Entwicklung86-96
          • ii. Befund96-96
        • c) Die Bündeltheorie96-118
          • i. Die Spürbarkeit der kumulativen Wirkung an sich96-101
          • ii. Der erhebliche Beitrag zur kumulativen Wirkung101-117
          • iii. Befund117-118
        • d) Kriterien der Spürbarkeit118-137
          • i. Quantitative Kriterien118-133
          • ii. Qualitative bzw „andere“ Kriterien in der Rechtsprechung133-137
          • iii. Qualitative bzw „andere“ Kriterien in der Entscheidungspraxis der Kommission137-164
          • iv. Befund164-165
    • II. Die De-minimis Bekanntmachungen der Kommission165-216
      • 1. Die älteren Bekanntmachungen165-190
        • a) Die Bekanntmachung von 1970166-168
        • b) Die Bekanntmachung von 1977168-170
        • c) Die Bekanntmachung von 1986170-172
        • d) Die Erweiterung von 1992172-175
        • e) Die Aktualisierung von 1994175-175
        • f) Die Bekanntmachung von 1997175-181
        • g) Die Bekanntmachung von 2001181-190
      • 2. Die aktuelle Bekanntmachung von 2014190-199
        • a) Das Selbstverständnis der Bekanntmachung190-191
        • b) Die Ausnahme der bezweckten Wettbewerbsbeschränkungen191-196
          • i. Allgemeines191-192
          • ii. Bezweckte Wettbewerbsbeschränkungen in den Leitlinien der Kommission192-195
          • iii. Der Verweis auf die Rs Expedia195-196
        • c) Die Kriterien196-199
      • 3. Die De-minimis Bekanntmachungen in der Rechtsprechung199-202
      • 4. Befund202-213
        • a) Die Entwicklung des SAFE-Harbours202-204
        • b) Zum SAFE-Harbour für Vereinbarungen zwischen kleinen und mittleren Unternehmen204-211
          • i. Die Ausgangslage204-205
          • ii. Das Vertrauensschutzproblem205-207
          • iii. Die Auflösung des Konflikts207-211
        • c) Zum SAFE-Harbour bei Bündelfällen211-211
          • i. Die Ausgangslage211-211
          • ii. Das Auslegungsproblem211-213
          • iii. Das Auslegungsergebnis213-216
    • III. Analyse216-283
      • 1. Zum Begriff der Wettbewerbsbeschränkung217-233
        • a) Die Wettbewerbsbeschränkung als negative Abweichung vom Normalwettbewerb218-225
        • b) Zur Ausrichtung der Wettbewerbsbeschränkung225-233
      • 2. Die Spürbarkeit bezweckter Wettbewerbsbeschränkungen233-267
        • a) Die bezweckte Spürbarkeit233-235
        • b) Die doppelte Hypothese235-240
        • c) Bezweckte Wettbewerbsbeschränkungen und der Kernbereich240-249
          • i. Zwei Kernbereiche?242-246
          • ii. Vermutung im zweiten Kernbereich246-249
        • d) Die Spürbarkeit bezweckter Wettbewerbsbeschränkungen249-253
          • i. Zur Ausnahme bezweckter (Kern-)Beschränkungen von der De-minimis Bekanntmachung249-251
          • ii. Die Rechtsprechung: Vermutung auch der Spürbarkeit251-253
        • e) Widerlegbare Vermutungen oder per-se Verbot?253-263
          • i. Rechtscharakter254-259
          • ii. Kriterien und Maßstäbe259-263
        • f) Die Vermutung der Rechtsprechung und die Vorgaben der doppelten Hypothese – eine Gegenüberstellung263-267
      • 3. Die Spürbarkeit bewirkter Wettbewerbsbeschränkungen267-272
        • a) Potentielle Wirkungen und die doppelte Hypothese – ein Abgrenzungsproblem267-271
        • b) Zur Beurteilung bei bewirkten Wettbewerbsbeschränkungen271-272
      • 4. Zu den Kriterien der Spürbarkeit272-279
        • a) Zum Gleichlauf von Wettbewerbsbeschränkung und Spürbarkeit272-273
        • b) Marktanteile als nur mittelbare Kriterien273-274
        • c) Marktanteile als Kriterium im System der doppelten Hypothese274-277
          • i. Marktanteile als Kriterium der Spürbarkeit bezweckter Wettbewerbsbeschränkungen275-276
          • ii. Marktanteile als Kriterium der Spürbarkeit bewirkter Wettbewerbsbeschränkungen276-277
        • d) Marktanteile als Kriterium fehlender Spürbarkeit277-277
          • i. Zum (neuen) Zugang der De-minimis Bekanntmachungen277-279
          • ii. Die Marktanteilsgrenze im Einzelfall279-283
    • IV. Die Spürbarkeit der Wettbewerbsbeschränkung – eine Zusammenfassung283-285
  • 3. Kapitel: Die Spürbarkeit der Beeinträchtigung des zwischenstaatlichen Handels285-397
    • I. Vorbemerkungen285-288
    • II. Die Rechtsprechung288-362
      • 1. Beurteilung und Normzweck288-294
      • 2. Anerkannte Fallgruppen294-303
        • a) Allgemeine Fälle294-299
        • b) Die „ihrem Wesen nach“ zur Beeinträchtigung geeigneten Fälle299-303
      • 3. Die Bündeltheorie303-305
      • 4. Die Spürbarkeit305-361
        • a) Chronologische Aufarbeitung305-361
        • b) Zusammenfassung361-362
    • III. Die Bekanntmachungen der Kommission362-382
      • 1. Die Entwicklung362-363
      • 2. Die aktuellen Leitlinien von 2004363-375
        • a) Das Verständnis der Spürbarkeit in den Leitlinien363-365
        • b) Die NAAT-Regel365-373
          • i. Die allgemeinen Ausführungen zur Spürbarkeit365-366
          • ii. Die Regelung der Spürbarkeit366-373
          • iii. Die Spürbarkeit bei „ihrem Wesen nach“ geeigneten Verhaltensweisen373-375
        • c) Die Spürbarkeit in den angegebenen Beispielfällen375-382
    • IV. Analyse382-391
      • 1. Zum Stand der Entwicklung382-383
      • 2. Zur Beurteilung der „ihrem Wesen nach“ zur Beeinträchtigung geeigneten Fälle383-386
        • a) Die Leitlinien der Kommission383-384
        • b) Die Verflechtung in der jüngeren Rechtsprechung384-384
        • c) Zur Beurteilung der „ihrem Wesen nach“ zur Beeinträchtigung geeigneten Fälle in der Rechtsprechung384-384
          • i. Die widerlegbare Vermutung der Eignung zur Beeinträchtigung384-386
          • ii. Vermutung auch der Spürbarkeit?386-391
      • 3. Vergleich mit der spürbaren Wettbewerbsbeschränkung – Wechselbeziehungen?391-397
  • 4. Kapitel: Schlussteil397-437
    • I. Schlussbetrachtung und rechtspolitische Bewertung397-401
    • II. Verzeichnisse401-433
      • 1. Abkürzungsverzeichnis401-405
      • 2. Rechtsprechungsverzeichnis405-419
        • a) Europäischer Gerichtshof405-411
        • b) Europäisches Gericht411-413
        • c) Europäische Kommission413-417
        • d) Schlussanträge der Generalanwälte zu Rechtssachen des EuGH417-419
      • 3. Literaturverzeichnis419-433
      • 4. Verzeichnis europäischer Sekundärrechtsakte und anderer Dokumente433-437
  • Stichwortverzeichnis437--1
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