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Verfahrensbeschleunigende Rechtsbehelfe im Öffentlichen Recht

Schriften zum österreichischen und europäischen öffentlichen Recht
Band 14

271 Pages
ISBN 978-3-7046-7716-7 (Print)
ISBN 978-3-7046-7826-3 (eBook)
Publicationdate: Aug 3, 2017
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https://elibrary.verlagoesterreich.at/book/99.105005/9783704678263
Neuer Rechtsschutz durch Verfahrensbeschleunigung?
Die zeitgerechte Verfahrenserledigung bildet einen wesentlichen Baustein eines effektiven Rechtsschutzes. Um Verfahrensparteien Abhilfe gegen überlange Verfahren zu ermöglichen, kennt das Verfahrensrecht eigene, verfahrensbeschleunigende, Rechtsbehelfe. Mit der Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012 änderte sich dabei die Ausgangslage im öffentlichen Recht wesentlich: Säumnisschutz wird weiterhin innerhalb der Verwaltung (Devolutionsantrag) eröffnet, benötigt wird er gegenüber der untätigen Verwaltung mit Zugang zur Verwaltungsgerichtsbarkeit (Säumnisbeschwerde) und erstmals gegenüber Verwaltungsgerichten (Fristsetzungsantrag) gewährleistet. Vor diesem Hintergrund arbeitet die Untersuchung den verfahrensbeschleunigenden Rechtsschutz systematisch auf. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der verfahrensrechtlichen Ausgestaltung der Rechtsbehelfe. Abschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse zu einem System zusammengeführt.
  • Vorwort5-9
  • Inhaltsverzeichnis9-15
  • Abkürzungsverzeichnis15-23
  • Einleitung23-43
    • I. Gegenstand, Ziel und Gang der Untersuchung26-41
      • A. Was sind verfahrensbeschleunigende Rechtsbehelfe? Zugleich eine Abgrenzung des Untersuchungsgegenstands28-36
        • 1. Beschleunigungsfunktion30-33
        • 2. Akzessorischer, individuell-konkreter Charakter33-35
        • 3. Rechtsbehelf35-36
      • B. Kurzüberblick über das System des verfahrensbeschleunigenden Rechtsschutzes anhand der Entstehungsgeschichte36-41
      • C. Theoretisch-konzeptionelle Vorgangsweise41-43
  • Teil Eins: Säumnisschutz innerhalb der Verwaltung43-71
    • II. Devolutionsantrag43-69
      • A. Genese43-48
      • B. Verfassungsrechtliche Voraussetzungen48-56
        • 1. Abschaffung der Instanzenzüge – Abschaffung des Devolutionsantrags?48-51
        • 2. Instanzenzug innerhalb des gemeindeeigenen Wirkungsbereichs – Devolutionsantrag innerhalb des gemeindeeigenen Wirkungsbereichs?51-53
          • a. Möglichkeit oder Pflicht?52-53
          • b. Grenzen53-56
      • C. Der Begriff der „Berufungsbehörde“ in § 73 Abs 2 AVG56-57
      • D. Prozessvoraussetzungen57-62
        • 1. Entscheidungspflicht und Verstreichen der Entscheidungsfrist57-61
        • 2. Antragslegitimation61-62
        • 3. Bestehen einer Berufungsbehörde62-62
      • E. Das Verfahren über Devolutionsanträge62-67
        • 1. Allgemeines62-63
        • 2. Wirkung der Einbringung und der Zurückweisung63-66
          • a. Unzulässiger Antrag64-64
          • b. Zulässiger Antrag und Zuständigkeitsübergang64-65
          • c. Wirkung eines verspätet nachgeholten Bescheids65-66
        • 3. Überwiegendes Verschulden der Behörde und Abweisung66-66
          • a. Funktion66-67
          • b. Entscheidungsform und daraus resultierender Wertungsunterschied67-69
        • 4. Berechtigter Devolutionsantrag und Entscheidung in der Sache69-71
  • Teil Zwei: Säumnisschutz gegen die Verwaltung71-131
    • III. Säumnisbeschwerde an das Verwaltungsgericht71-129
      • A. Genese71-79
      • B. Prozessvoraussetzungen79-98
        • 1. Vorbemerkung79-79
        • 2. Verletzung der Entscheidungspflicht79-88
          • a. Eine Prozessvoraussetzung?79-81
          • b. Bestehen einer Entscheidungspflicht81-85
            • (i) Kein Bedarf an einer einfachgesetzlichen Entscheidungspflicht81-81
            • (ii) Beschwerdegegenstand81-83
            • (iii) Antragsgebundenheit und Entscheidungspflicht in amtswegig eingeleiteten Verfahren83-85
          • c. Ablauf der Entscheidungsfrist85-86
            • (i) Gestaltungsspielraum85-86
            • (ii) Einfachgesetzliche Voraussetzungen86-88
        • 3. Berechtigung zur Geltendmachung der Entscheidungspflicht88-90
          • a. Eine Prozessvoraussetzung?88-89
          • b. Erledigungsanspruch89-90
        • 4. Entscheidungspflicht, Verwaltungsstrafsachen und Säumnisbeschwerde90-92
        • 5. Erschöpfung des Instanzenzugs im gemeindeeigenen Wirkungsbereich92-93
        • 6. Zuständigkeit der Verwaltungsgerichte93-97
          • a. Zuständigkeiten des VfGH93-93
          • b. „Sukzessive“ Zuständigkeiten der ordentlichen Gerichte93-97
        • 7. Inhalt97-98
      • C. Das Verfahren über Säumnisbeschwerden98-128
        • 1. Zuständiges Verwaltungsgericht98-101
        • 2. Verfahren vor der Verwaltungsbehörde101-114
          • a. Einbringung und qualifizierte Untätigkeit101-104
          • b. Bescheidnachholung und Vorlage an das Verwaltungsgericht104-112
            • (i) Entscheidungsmöglichkeiten und Nachholfrist104-105
            • (ii) Nachholung als Ermessensfrage und Vorlagezeitpunkt105-107
            • (iii) Zuständigkeitsübergang auf das Verwaltungsgericht107-110
            • (iv) Verspätete Nachholung durch die Verwaltungsbehörde110-112
          • c. Einstellung durch die Verwaltungsbehörde112-114
        • 3. Verfahren vor dem Verwaltungsgericht114-126
          • a. Allgemeines, Zurückweisung und Abweisung114-116
          • b. Verschulden bei Bestehen eines Instanzenzugs im eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde116-121
            • (i) (Exkurs:) § 36 Abs 1 VwGVG116-118
            • (ii) § 36 Abs 2 VwGVG118-121
          • c. Einstellung des Verfahrens121-122
          • d. Durchführung des Verwaltungsverfahrens – Erledigung der Verwaltungssache122-124
          • e. Erlassung eines Teilerkenntnisses nach § 28 Abs 7 VwGVG124-125
            • (i) Voraussetzungen für den Erlass eines Teilerkenntnisses125-126
            • (ii) Folgen eines Teilerkenntnisses126-128
      • D. Vollstreckung von Erkenntnissen der Verwaltungsgerichte128-128
      • E. Kosten und Kostenersatz128-129
      • F. Zwischenfazit129-131
  • Teil Drei: Säumnisschutz innerhalb der Verwaltungsgerichtsbarkeit131-189
    • IV. Fristsetzungsantrag an den VwGH131-167
      • A. Genese131-134
      • B. Prozessvoraussetzungen134-152
        • 1. Berechtigung zur Geltendmachung135-139
        • 2. Verletzung der Entscheidungspflicht139-152
          • a. Vorbemerkung139-139
          • b. Entscheidungspflicht139-143
            • (i) Verfassungsrechtliche Vorgaben139-141
            • (ii) § 38 VwGG141-141
            • (iii) Prozessuale Durchsetzung141-143
          • c. Fristablauf nach § 38 VwGG143-145
            • (i) Allgemeines143-144
            • (ii) Abweichende Fristen144-145
          • d. Entscheidungspflicht nach § 34 VwGVG145-148
            • (i) Gegenstand145-146
            • (ii) Subsidiäre Entscheidungsfrist und einschlägige Sonderregelungen146-147
            • (iii) Beginn147-147
            • (iv) Hemmung147-148
            • (v) Ende148-148
          • e. Entscheidungsfrist in Verwaltungsstrafsachen148-152
        • 3. Inhalt152-152
      • C. Das Verfahren über Fristsetzungsanträge152-160
        • 1. Vor dem Verwaltungsgericht152-156
          • a. Parteien152-153
          • b. Einbringung und Vorentscheidungsverfahren153-154
          • c. Vorlageantrag154-156
        • 2. Vor dem VwGH156-159
          • a. Allgemeines156-157
            • (i) Zulässigkeitsprüfung, Mängelverbesserung und Zurückweisung156-157
            • (ii) Zuständigkeit157-157
          • b. „Erste“ Fristsetzung157-158
          • c. „Zweite“ Fristsetzung158-159
          • d. Einstellung des Verfahrens159-160
      • D. Kosten und Kostenersatz160-161
      • E. Anhaltende Säumnis des Verwaltungsgerichts161-166
        • 1. Einbringen eines neuerlichen Fristsetzungsantrags und res iudicata162-163
        • 2. Strafrechtliche Folgen163-163
        • 3. Disziplinarrechtliche Folgen163-165
        • 4. Amtshaftungsrechtliche Ansprüche165-166
      • F. Zwischenfazit166-167
    • V. Zum Vergleich: Fristsetzungsantrag in der ordentlichen Gerichtsbarkeit167-178
      • A. Genese167-169
      • B. Prozessvoraussetzungen169-171
        • 1. Antragslegitimation169-170
        • 2. Inhalt und Verbesserung170-170
        • 3. Säumnis und Beschwer170-171
      • C. Das Verfahren über Fristsetzungsanträge171-177
        • 1. Zuständiges Gericht171-172
        • 2. Parteien172-172
        • 3. Verfahren vor dem säumigen Gericht172-175
          • a. Einbringung und Entscheidungsmöglichkeit172-173
          • b. Nachholung173-173
          • c. Aufrechterhaltung des Antrags173-175
        • 4. Verfahren vor dem übergeordneten Gericht175-177
          • a. Entscheidung mit besonderer Beschleunigung175-175
          • b. Säumigkeit des Gerichts mit der Vornahme einer Verfahrenshandlung175-176
          • c. Entscheidung über den Fristsetzungsantrag176-176
            • (i) Setzung einer angemessenen Nachfrist176-177
            • (ii) Unanfechtbarkeit177-177
      • D. Kosten und Kostenersatz177-178
      • E. Konsequenzen des Ignorierens der gesetzten Frist178-178
      • F. Zwischenfazit178-178
    • VI. Zum Vergleich: Rechtsschutz gegen eine überlange Verfahrensdauer vor Gerichten in Deutschland178-186
      • A. Hintergrund178-180
      • B. Überblick180-181
      • C. Verzögerungsrüge181-182
      • D. Entschädigungsklage182-184
      • E. Rezeption184-186
      • F. Sonderbestimmungen für das BVerfG186-189
  • Teil Vier: Verfahrensbeschleunigende Rechtsbehelfe im System des öffentlich-rechtlichen Rechtsschutzes189-241
    • VII. Sanktionierung der Untätigkeit189-228
      • A. Bestandsaufnahme189-190
      • B. Grundproblem Untätigkeit: Innerstaatlicher Rechtsschutz und die Angemessenheit der Verfahrensdauer190-197
        • 1. Ausgangspunkt: Rechtsschutz gegen intentionale Rechtsverweigerung190-192
        • 2. Grundrechtliche Vorgaben: Angemessenheit der Verfahrensdauer192-194
        • 3. Überlagerung: Verfahrensbeschleunigende Rechtsbehelfe und die Angemessenheit der Verfahrensdauer194-197
      • C. Sanktionierung der Untätigkeit einer Verwaltungsbehörde197-206
        • 1. Zuständigkeitsentzug als Sanktion gegen die untätige Verwaltung197-200
          • a. Rechtsschutz gegen intentionale Rechtsverweigerung197-198
          • b. Praktische Auswirkungen der Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012198-200
        • 2. Schnittstelle zur Verwaltungsgerichtsbarkeit: Relativierung des Zuständigkeitsentzugs200-203
          • a. Hintergrund: Meritorische Erledigung einer Säumnisbeschwerde200-201
          • b. Änderungen des Säumnisbeschwerdeverfahrens201-202
          • c. Ausrichtung der Säumnisbeschwerde202-203
        • 3. Zuständigkeitsentzug innerhalb der Verwaltung203-204
          • a. Allgemeines203-204
          • b. Administrativer verfahrensbeschleunigender Rechtsschutz als Regelfall?204-206
      • D. Sanktionierung der Untätigkeit eines Verwaltungsgerichts erster Instanz206-222
        • 1. Unterschiede zur Bekämpfung der Untätigkeit einer Verwaltungsbehörde207-212
          • a. Die richterliche Unabhängigkeit207-209
          • b. Der VwGH als Revisionsgericht209-211
          • c. Fristsetzung anstelle Zuständigkeitsentzugs211-212
        • 2. Unterschiede zur Bekämpfung der Untätigkeit eines ordentlichen Gerichts212-221
          • a. Feste Entscheidungsfristen für Gerichte212-217
            • (i) Feste Entscheidungsfristen als Verfahrenserleichterung213-213
            • (ii) Feste Entscheidungsfristen und die Angemessenheit der Verfahrensdauer vor einem Gericht213-216
            • (iii) Feste Fristen und materiengesetzliche Sonderfristen beim Fristsetzungsantrag216-216
            • (iv) Rechtfertigung fester Entscheidungsfristen vor Verwaltungsgerichten?216-217
          • b. Durchsetzung der Erledigung oder einzelner Verfahrenshandlungen?217-218
          • c. Verfahrensablauf218-221
        • 3. Wirksamkeit und Effektuierung der Fristsetzung221-222
      • E. Untätigkeit des VwGH222-227
        • 1. Erfordernis eines wirksamen Rechtsbehelfs223-225
        • 2. Umsetzungsmöglichkeiten225-227
      • F. Zwischenfazit: Zusammenwirken der unterschiedlichen Sanktionen227-228
    • VIII. Charakteristika der verfahrensbeschleunigenden Rechtsbehelfe228-238
      • A. Rechtsschutzziel: Erhalt der Erledigung228-231
        • 1. Ausbleibende Erledigung …228-229
        • 2. … und Befriedigung des Rechtsschutzbedürfnisses durch den Erhalt der Erledigung229-231
      • B. Antragslegitimation231-232
      • C. Feste Entscheidungsfrist und Verschulden232-233
      • D. Zugang zur höheren Instanz233-237
        • 1. Rechtsschutzdefizit infolge einer Einbringung bei der untätigen Instanz234-237
        • 2. Verfahrensbeendigung durch die untätige Instanz237-238
      • E. „Gleichschaltung“ des Rechtszugs zu jenem gegen Bescheide und Erkenntnisse238-241
  • Zusammenfassung in Leitsätzen241-247
  • Literaturverzeichnis247-271
  • Über den Autor271--1
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