eBook

Kooperative Verfahren der Telekommunikationsregulierung

Ausgestaltung - Verfahrensgarantien - Rechtsschutz

Schriften zum österreichischen und europäischen öffentlichen Recht
Band 12

221 Pages
ISBN 978-3-7046-7539-2 (Print)
ISBN 978-3-7046-7816-4 (eBook)
Publicationdate: Jul 31, 2017
Buy print edition
https://elibrary.verlagoesterreich.at/book/99.105005/9783704678164
Technologischer Fortschritt und Dynamik der Märkte fordern das Europäische Regulierungsrecht
Im Telekommunikationsrecht tritt die Verflechtung zwischen der nationalen und der EU-Ebene zuweilen besonders deutlich zu Tage. Dies zeigt sich eindrucksvoll am Beispiel des gestuften Verfahrens der telekommunikationsrechtlichen Marktregulierung, dem Herzstück der sektorspezifischen Wettbewerbsregulierung. Technologischer Fortschritt und Dynamik der Märkte fordern das Europäische Regulierungsrecht.
Die österreichische Regulierungsbehörde trifft ihre Marktregulierungsentscheidung nicht autonom, sondern im Rahmen eines kooperativen Verfahrens unter Beteiligung der Regulierungsbehörden der anderen Mitgliedstaaten und von Akteuren auf Unionsebene, allen voran der Europäischen Kommission.
Dem dreistufigen Marktregulierungsverfahren im Telekommunikationssektor ist auch die vorliegende Monographie gewidmet. Unter Berücksichtigung der europäischen und nationalen rechtlichen Vorgaben werden die drei Stufen des Marktregulierungsverfahrens zunächst aus einem verfahrensrechtlichen Blickwinkel analysiert, wobei zu einzelnen Kernpunkten auch ein vergleichender Blick auf einschlägige Regelungsstrukturen in anderen Bereichen, wie dem Energie- und Bankenrecht geworfen wird. Ausgehend davon werden die rechtliche Qualität der im Rahmen des Marktregulierungsverfahrens gesetzten Mitwirkungsakte der unterschiedlichen Akteure in den Blick genommen sowie dann ihr Zusammenwirken mit dem nationalen Recht und die damit verbundenen Fragen, insbesondere mit Blick auf den Rechtsschutz, eingehend untersucht.
  • Inhaltsverzeichnis7-11
  • Abkürzungsverzeichnis11-17
  • I. Einleitung17-33
    • A. Gegenstand der Untersuchung17-27
      • 1. Der Regulierungsverbund im Telekommunikationsrecht17-21
      • 2. Die Marktregulierung21-23
      • 3. Problemstellung23-27
    • B. Gang der Untersuchung27-33
  • II. Das gestufte Verfahren der Marktregulierung33-49
    • A. Die drei Schritte der Marktregulierung33-34
    • B. Unionsrechtliche Instrumente generell-abstrakter Verhaltenssteuerung34-43
      • 1. Die Vorgaben der RRL35-38
        • a. Regulierungsziele35-36
        • b. Beträchtliche Marktmacht36-38
      • 2. Die Märkteempfehlung der Kommission38-40
      • 3. Die Marktanalyseleitlinien der Kommission40-41
      • 4. Harmonisierungsmaßnahmen der Kommission41-43
    • C. Annäherung des sektorspezifischen an das allgemeine Wettbewerbsrecht?43-49
  • III. Gang des Marktregulierungsverfahrens49-99
    • A. Die Erstellung des Regulierungsentwurfs durch die TKK49-70
      • 1. Die TKK als zuständige österreichische Regulierungsbehörde49-54
        • a. Unionsrechtliche Anforderungen an die nationale Behördenorganisation49-51
        • b. Einrichtung und Organisation der TKK51-54
      • 2. Einleitung und Ablauf des Marktregulierungsverfahrens54-56
      • 3. Parteistellung im Verfahren vor der TKK56-65
        • a. Das Kriterium der „Betroffenheit“56-57
        • b. Die Rechtsprechung des EuGH57-58
        • c. Konsequenzen für die Parteistellung58-59
        • d. Betroffenheit und Drittschutz59-62
        • e. Der Kreis der „Betroffenen“ des Marktregulierungsverfahrens62-64
        • f. Präklusion64-65
      • 4. Marktdefinition und Marktanalyse durch die TKK65-68
      • 5. Die spezifischen Verpflichtungen68-69
        • a. Die einzelnen Regulierungsinstrumente68-69
        • b. Die Auswahl der Regulierungsinstrumente durch die TKK69-70
    • B. Das Konsultationsverfahren70-72
    • C. Die Koordinationsverfahren72-87
      • 1. Koordination als Kern der Wettbewerbsregulierung72-73
      • 2. Die Rolle des GEREK als Bindeglied innerhalb der Koordinationsverfahren73-76
      • 3. Notifizierung und begleitende Informationspflichten76-80
        • a. Notifizierung des Regulierungsentwurfs76-78
        • b. Informationelle Kooperation78-79
        • c. Vorläufige Regulierungsmaßnahmen als Ausnahme von der sofortigen Koordinierungspflicht79-80
      • 4. Die Koordinationsverfahren80-86
        • a. Das Berücksichtigungsverfahren80-81
        • b. Das Vetoverfahren81-84
        • c. Das Verfahren zur einheitlichen Anwendung von Abhilfemaßnahmen84-86
      • 5. Koordinierungsmechanismen in der Energieregulierung86-87
    • D. Beendigung des Marktregulierungsverfahrens87-95
      • 1. Rücknahme des Maßnahmenentwurfs87-88
      • 2. Der Bescheid als kooperativer Verwaltungsakt88-89
      • 3. Regulierungsermessen89-91
        • a. Begriffsentwicklung89-91
        • b. Regulierungsermessen bei der Marktregulierung91-95
        • c. Eingliederung in die österreichische Ermessensdogmatik95-99
  • IV. Die dogmatische Einordnung der Mitwirkungsakte99-129
    • A. Einordnung der Handlungsformen99-101
    • B. Instrumente generell-abstrakter Verhaltenssteuerung101-107
      • 1. Märkteempfehlung und Marktanalyseleitlinien101-101
      • 2. Bindungswirkung101-103
      • 3. Instrumente generell-abstrakter Verhaltenssteuerung in anderen kooperativen Verfahren103-105
        • a. Leitlinien im Energieregulierungsrecht103-105
        • b. Leitlinien und Empfehlungen im Bereich der Bankenaufsicht105-107
    • C. Individuell-konkrete Mitwirkungsakte innerhalb der Koordinationsverfahren107-118
      • 1. Das Veto der Kommission107-113
        • a. Gegenstand107-107
        • b. Bindungswirkung107-112
        • c. Vergleich zu Vetorechten in anderen kooperativen Verfahren112-113
      • 2. Die Empfehlung der Kommission113-115
        • a. Gegenstand113-114
        • b. Bindungswirkung114-115
      • 3. Stellungnahmen115-117
        • a. Gegenstand115-116
        • b. Bindungswirkung116-117
      • 4. Die „enge Zusammenarbeit“117-118
    • D. Auswirkungen des Gebots der „weitestgehenden Berücksichtigung“118-125
      • 1. Reichweite und Spannungsfelder118-119
      • 2. Dogmatische Einordnung119-123
        • a. Materielle Wirkung121-123
        • b. Gesteigerte Rechtfertigungspflicht123-125
    • E. Zwischenfazit125-127
    • F. Selbstbindung der Kommission127-129
  • V. Die Wahrnehmung von Verfahrensrechten129-143
    • A. Verfahrensrechte in mehrstufigen Verfahren129-132
      • 1. Bedeutung und Gefährdung von individualrechtsschützenden Verfahrensrechten129-130
      • 2. Die Ausgestaltung von Verfahrensrechten130-132
    • B. Das Recht auf Anhörung im Marktregulierungsverfahren132-139
      • 1. Gewährung von Anhörungsrechten durch die Europäische Kommission132-136
      • 2. Wahrung von Anhörungsrechten durch die Regulierungsbehörde136-138
      • 3. Doppelte Anhörungspflicht im horizontalen Verhältnis?138-139
    • C. Begründungspflichten139-141
      • 1. Die Bedeutung von Begründungspflichten in gestuften Verfahren139-140
      • 2. Begründungspflichten im Marktregulierungsverfahren140-140
        • a. Begründungspflichten für Mitwirkungsakte auf Unionsebene140-141
        • b. Die Begründung der Regulierungsmaßnahme141-143
  • VI. Rechtsschutz143-193
    • A. Rechtsschutz vor dem Bundesverwaltungsgericht143-158
      • 1. Unionsrechtliche Vorgaben143-144
      • 2. Rechtsschutzkonzentration auf den Regulierungsbescheid144-145
      • 3. Beschwerdelegitimation145-147
      • 4. Materiell-rechtliche Kontrolldichte147-156
        • a. Reduktion der gerichtlichen Kontrolldichte147-152
        • b. Keine Sachentscheidung des BVwG im Falle eines Ermessensfehlers152-154
        • c. Sachentscheidung des BVwG im Fall einer sonstigen Rechtswidrigkeit154-156
      • 5. Säumigkeit der TKK156-157
        • a. Nichteinleitung des Regulierungsverfahrens156-157
        • b. Säumigkeit in Hinblick auf den Regulierungsbescheid157-158
    • B. Rechtsschutz in kooperativen Verfahren158-187
      • 1. Gefährdung des effektiven Rechtsschutzes durch Kooperationsstrukturen?158-159
      • 2. Das Trennungsprinzip als Rechtsschutzkonzept159-160
      • 3. Überblick über zentrale Rechtsschutzfragen160-162
      • 4. Die Nichtigkeitsklage162-173
        • a. Mitwirkungsakte als tauglicher Klagegegenstand162-166
        • b. Die TKK als Adressat des Vetos166-167
        • c. Dritte als Nicht-Adressaten167-172
        • d. Kontrolldichte und Urteilswirkung172-173
      • 5. Überprüfung am Maßstab der weitestgehenden Berücksichtigung173-178
        • a. Die TKK als Adressat der weitestgehenden Berücksichtigungspflicht173-176
        • b. Verpflichtung zur weitestgehenden Berücksichtigung unionsrechtswidriger Mitwirkungsakte?176-176
        • c. Die Kommission als Adressat der weitestgehenden Berücksichtigungspflicht176-177
        • d. Nichtberücksichtigung individuell-konkreter Empfehlungen177-178
      • 6. Das Vorabentscheidungsverfahren178-183
        • a. Die Bedeutung des Vorabentscheidungsverfahrens für kooperative Verfahren178-179
        • b. Gegenstand eines Vorabentscheidungsverfahrens179-180
        • c. Vorlageberechtigung der TKK180-182
        • d. Vorlagepflicht durch das BVwG?182-183
        • e. Die unionsrechtliche Bestandskraft als späteres Vorlagehindernis183-187
    • C. Die Vertragsverletzungsklage187-189
    • D. Vorläufiger Rechtsschutz189-190
      • 1. Ausschluss der aufschiebenden Wirkung als Regelfall189-190
      • 2. Antragsgemäße Gewährung einstweiligen Rechtsschutzes190-193
  • VII. Zusammenfassung193-207
    • A. Ausgestaltung des Marktregulierungsverfahrens193-196
    • B. Dogmatische Einordnung interadministrativer Verbundelemente196-199
    • C. Verfahrensgarantien199-201
    • D. Die gerichtliche Kontrolle201-203
    • E. Sektorenübergreifender Vergleich203-207
  • Literaturverzeichnis207-221
  • Über die Autorin221--1
No Keywords found