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Rechtsfragen zur Intergeschlechtlichkeit



420 Pages
ISBN 978-3-7046-7657-3 (Print)
ISBN 978-3-7046-7807-2 (eBook)
Publicationdate: Aug 8, 2017
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https://elibrary.verlagoesterreich.at/book/99.105005/9783704678072
Sowohl medizinische als auch juristische Praxis halten aktuell strikt am Konzept des Zweigeschlechtersystems fest. Die zwingende Erfassung des Personenstandgeschlechts nach der Geburt als "weiblich" oder "männlich" schließt hierbei die rechtliche Anerkennung von alternativen Geschlechtsidentitäten aus. Als Folge sind intergeschlechtliche Kinder häufig hormonellen und chirurgischen Maßnahmen zur Geschlechtsnormierung ausgesetzt, um eine "eindeutige" Geschlechtsklassifizierung zu ermöglichen.
In diesem Werk findet der Leser eine Auseinandersetzung mit umstrittenen Fragen, wie:
- Sind geschlechtsnormierende Eingriffe bei Minderjährigen ohne höchstpersönliche Zustimmung legitim?
- Welches Recht haben intergeschlechtliche Menschen auf die juristische Anerkennung eines Alternativgeschlechts?
- Werden die verfassungsrechtlich gewährleisteten Rechte im juristischen und medizinischen Umgang mit Intergeschlechtlichkeit ausreichend angewendet?
- Ist für eine effektive Umsetzung dieser Rechte eine Novellierung der juristischen Rahmenbedingungen nötig?
  • Vorwort5-7
  • Inhaltsübersicht7-25
  • Abkürzungsverzeichnis25-29
  • Einleitung29-41
    • 1. Gegenstand und Konzeption der Arbeit29-32
    • 2. Nomenklaturen und Definitionen für intergeschlechtliche Phänomene32-38
      • 2.1. Hermaphroditismus33-35
      • 2.2. Zwittertum35-36
      • 2.3. Intersex(ualität)/Intergeschlechtlichkeit36-38
      • 2.4. Disorders of Sex Development38-41
  • Teil I: Intergeschlechtlichkeit aus medizinischer Perspektive41-135
    • 3. Grundlagen der Geschlechtsentwicklung41-52
      • 3.1. Kennzeichen des Geschlechts41-48
      • 3.2. Biologische Entwicklung des intersexuellen Geschlechts48-52
    • 4. Intersex-Formen und aktuelle Behandlungsempfehlungen52-67
      • 4.1. Hormonell bedingte Intergeschlechtlichkeit53-61
      • 4.2. Gonadal und chromosomal bedingte Intergeschlechtlichkeit61-66
      • 4.3. Zusammenfassung66-67
    • 5. Medizinisch-wissenschaftlicher Umgang mit Intersexualität67-91
      • 5.1. Medizinische Einordnung intergeschlechtlicher Syndrome67-69
      • 5.2. Grundlagen der Intersexualitätsbehandlung69-77
      • 5.3. Optimal Gender Policy77-83
      • 5.4. Medizinische Verfahren zur Geschlechtsnormierung83-91
    • 6. Untersuchungen zur Erfolgsquote von Geschlechtsnormierungen91-114
      • 6.1. Outcome-Studien zu den anatomischen und funktionalen Ergebnissen genitalverändernder Eingriffe91-97
      • 6.2. Outcome-Studien zur Zufriedenheit der Betroffenen mit den geschlechtszuweisenden Eingriffen97-110
      • 6.3. Zusammenfassung der Outcome-Studien zur Zufriedenheit der Betroffenen mit der medizinischen Behandlungspraxis110-114
    • 7. Gegenwärtige Behandlungsempfehlungen des Chicagoer Consensus Statement114-128
      • 7.1. Neue Nomenklatur115-116
      • 7.2. Neue Klassifikation116-118
      • 7.3. Neue Behandlungsempfehlungen118-124
      • 7.4. Kritische Auseinandersetzung mit dem Consensus Statement und dessen Update124-128
    • 8. Kritik intergeschlechtlicher Menschen an der medizinischen Behandlungspraxis128-133
      • 8.1. Pathologisierung intersexueller Identitäten129-130
      • 8.2. Zerstörung der körperlichen Unversehrtheit130-132
      • 8.3. Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und Sexualität132-133
      • 8.4. Unzureichendes Informationsmanagement133-135
  • Teil II: Intergeschlechtlichkeit aus juristischer Perspektive135-198
    • Zur Problematik geschlechtszuweisender medizinischer Eingriffe135-135
    • 1. Geschlechtsnormierung – Heilbehandlung oder kosmetischer Eingriff?135-150
      • 1.1. Krankheit im medizinischen und rechtlichen Diskurs136-137
      • 1.2. Medizinische Indikation137-139
      • 1.3. Medizinische Heilbehandlung139-140
      • 1.4. „Heilbehandlungen“ bei Intersexualität140-150
    • 2. Medizinrechtliche Voraussetzungen zu genitalverändernden Eingriffen150-177
      • 2.1. Notwendigkeit eines Behandlungsvertrages150-151
      • 2.2. Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts durch den “Informed Consent”151-153
      • 2.3. Aufklärungsvoraussetzungen bei medizinischen Behandlungen153-165
      • 2.4. Die besondere Situation Minderjähriger165-177
    • 3. Schadenersatzansprüche aufgrund medizinischer Behandlungen177-186
      • 3.1. Haftungsvoraussetzungen zur Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen178-180
      • 3.2. Die medizinische Behandlung als Schaden180-186
      • 3.3. Gerichtliche Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen aufgrund von Geschlechtsnormierungen186-198
  • Zur Problematik des Personenstandes intersexueller Menschen198-237
    • 4. Das Personenstandsrecht198-232
      • 4.1. Die Grundlagen des österreichischen Personenstandsgesetzes199-207
      • 4.2. Der Prozess von Alex Jürgen207-213
      • 4.3. Die Prozesse von Michel Reiter213-219
      • 4.4. Die Kritik des Deutschen Ethikrates am ehemaligen deutschen Personenstandsrecht219-223
      • 4.5. Die Erweiterung des deutschen Personenstandsrechts durch § 22 Abs. 3 PStG223-232
    • 5. Kritik intergeschlechtlicher Menschen an den rechtlichen Voraussetzungen zu geschlechtsanpassenden Eingriffen und dem Personenstandsrecht232-235
      • 5.1. Keine Eingriffe ohne informierte Einwilligung232-234
      • 5.2. Umfassender Zugang zu medizinischen Unterlagen234-235
      • 5.3. Einrichtung eines Hilfs- und Entschädigungsfonds235-235
      • 5.4. Personenstandsrechtliche Wahlmöglichkeit235-235
      • 5.5. Zusammenfassung235-237
  • Teil III: Recht, Geschlecht, Autonomie: Rechtsphilosophische und grundrechtliche Perspektiven237-329
    • 1. Geschlecht im Recht237-239
    • 2. Staatliche Verpflichtung zur Gewährung von Autonomie239-250
      • 2.1. Historische Begriffsentwicklung von Autonomie240-241
      • 2.2. Alltagsverständnis von Autonomie241-242
      • 2.3. Grundvoraussetzungen der Autonomie in dieser Untersuchung242-246
      • 2.4. Staatliche Pflicht zur Sicherung personaler Autonomie246-246
      • 2.5. Prämissen zur Umsetzung personaler Autonomie246-250
    • 3. Autonomie intersexueller Menschen250-266
      • 3.1. “The right to an open future”251-256
      • 3.2. Geschlechtsnormierungen und “the right to an open future”256-260
      • 3.3. Voraussetzungen zur Wahrung der personalen Autonomie intergeschlechtlicher Menschen im Zusammenhang mit Geschlechtsnormierungen260-263
      • 3.4. Autonomie intersexueller Menschen unter Beachtung des PStG263-266
    • 4. Grundrechtlicher Schutz personaler Autonomie266-274
      • 4.1. Charakteristika der Grundrechte267-274
    • 5. Verletzung der Grundrechte intersexueller Personen durch fremdbestimmte Geschlechtsnormierungen274-295
      • 5.1. Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit274-280
      • 5.2. Recht auf körperliche Unversehrtheit280-295
    • 6. Verletzung der Grundrechte intersexueller Personen durch das geltende Personenstandsrecht295-328
      • 6.1. Verstoß gegen den allgemeinen Gleichheitssatz296-313
      • 6.2. Personenstandsrechtliche Vorgaben als Diskriminierung aufgrund des Geschlechts313-316
      • 6.3. Verstoß gegen das Recht auf Privatleben gemäß Art. 8 EMRK316-320
      • 6.4. Verstoß gegen Art. 14 EMRK als Diskriminierung aufgrun des Geschlechts320-321
      • 6.5. Exkurs: Grundrechtliche Bewertung des § 22 Abs. 3 deutsches PStG321-328
      • 6.6. Zusammenfassung328-329
  • Teil IV: Rechtspolitische Perspektiven im Kontext internationaler Entwicklungen329-407
    • 1. Entwicklungen im Diskurs um Intergeschlechtlichkeit329-375
      • 1.1. Österreichische Standpunkte zu Intergeschlechtlichkeit329-334
      • 1.2. Deutsche Standpunkte zu Intergeschlechtlichkeit334-355
      • 1.3. Schweizer Standpunkte zu Intergeschlechtlichkeit355-359
      • 1.4. Berichte von UN-Ausschüssen zu fremdbestimmten Geschlechtsnormierungen bei intergeschlechtlichen Kindern359-363
      • 1.5. Fokuspapier der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte363-364
      • 1.6. Bericht des Menschenrechtskommissars des Europarates364-367
      • 1.7. Maltas “Gender identity, gender expression and sex characteristics Act”367-374
      • 1.8. Veränderungspotenzial hinsichtlich der gegenwärtigen Praxis374-375
    • 2. Änderungsvorschläge zum Schutz der körperlichen Integrität intersexueller Menschen375-392
      • 2.1. Einrichtung einer Ethikkommission376-376
      • 2.2. Verbot von geschlechtsnormierenden medizinischen Maßnahmen376-390
      • 2.3. Einrichtung eines Entschädigungsfonds390-392
    • 3. Vorschläge zur Änderung des Personenstandsrechts392-398
      • 3.1. Abschaffung der Kategorie Geschlecht392-398
      • 3.2. Erweiterung der Kategorie Geschlecht398-407
  • Conclusio407-411
  • Literaturverzeichnis411-455
  • Stichwortverzeichnis455--1
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