zeitschrift für hochschulrecht, hochschulmanagement und hochschulpolitik

Die Zulässigkeit fremdsprachiger Curricula an österreichischen Universitäten

Issue 4, pp 127-134
ZFHR 2017, 127
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https://elibrary.verlagoesterreich.at/article/99.105005/zfhr201704012701
Abstract: Die Internationalisierung der Universitäten inklusive fremdsprachiger Studienangebote sind im Europäischen Hochschulraum „state of the art“. Ereignisse wie die Entscheidung des italienischen Verfassungsgerichts vom 21. Februar 2017 (Urteil Nr 42/2017) zeigen aber, dass sie bei weiten nicht überall selbstverständlich sind. Was hier in Folge behandelt wird, sind die österreichischen (Verfassungs-)Rechtslage und ihre – von einigen Universitäten sehr konsequent genutzten – Möglichkeiten. Fremdsprachige Studien machen an den österreichischen öffentlichen Universitäten rund ein Siebentel des Studienangebots aus. Ein spezieller Eckpfeiler sind dabei so genannte Joint Study Programme. Die Einrichtung von Studien, die in einer Fremdsprache durchgeführt werden, verfügen nicht nur über eine breite inhaltliche Legitimität sondern auch über eine gesetzlich elaborierte grundsätzliche Legitimation. Zur universitären „Unterrichtssprache“ findet sich im österreichischen Universitätsrecht ein funktionaler Ansatz. Anknüpfend an die universitätsgesetzlichen „Programm-Normen“ (§§ 2, 3 bzw 13 UG) kann in verfassungskonformer Interpretation davon ausgegangen werden, dass die einschlägigen Bestimmungen des UG, die die Verwendung von Fremdsprachen im Studium ermöglichen, durch die Aufgabe der Internationalisierung der Universitäten funktional gerechtfertigt sind, die wiederum durch die institutionelle Dimension des Grundrechts auf Wissenschaftsfreiheit ihre verfassungsrechtliche Grundlage hat.

The internationalisation of unsiversities, including a range of studies in foreign languages, are state-of-the-art in the European Higher Education Area. Events such as the Italian Constitutional Court’s decision of 21 February, 2017 (Judgment No. 42/2017) show, however, that they are definitely not to be taken for granted everywhere. This paper deals with the Austrian (constitutional) legal situation and the opportunities it offers, these being utilized extremely consistently by certain universities. Courses offered in foreign languages comprise approximately one seventh of all courses at state-run universities in Austria. The so-called ‘Joint Study Programs’ are a particular cornerstone in this system. The establishment of studies conducted in a foreign language possesses not only a high level of legitimacy as regards content but also a sound legal basis. In Austrian university law, a functional approach to the language of instruction prevails. Following the ‘Program Norms’ (Sections 2, 3 and 13 of the Universities Act) stipulated by university law, a constitutional interpretation assumes that the relevant provisions of the Universities Act enabling the use of foreign languages in university studies are functionally justified by the task of making the universities more international. This, in turn, is anchored in constitutional law on the institutional dimension of the fundamental right to academic freedom of research and teaching.
Art 8 B-VG
Art 81c B-VG
§ 2 UG
§ 3 UG
§ 13 UG
§ 54 UG
§ 59 UG
§ 63 UG
§ 71e UG
§ 5 UniStG

ZFHR 2017, 127

Öffentliches Recht